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Termin beim Diabetologen

So, Montag habe ich einen extra Termin beim DiaDoc. Ich hatte je geschrieben, dass meine Beraterin meinte, ich sollte Metformin nehmen (eine Meinung, die ICH gar nicht teile, vor allem da meine Werte und Apidra unglaublich gut sind!) und deshalb mal mit dem Doc darüber reden.
Naja, da ich ja (mittlerweile) total gerne zu meinem Doc gehe und ich dabei immer ziemlichen Spaß habe und mich gut unterhalte, habe ich da ja nix gegen. Zuedm bin ich ja auch stolz wie Bolle auf meinen Sensor und möchte den natürlich auch präsentieren;)

Aber mal allgemein: Wie steht Ihr zu eurem Doc? Ich habe da lange Zeit kein gutes Verhältnis zu dem Berufsstand allgemein gehabt, deshalb wollte ich meine DiaDocs mal kurz Revue passieren lassen.

1. Die Kinderärzte
Ich bin damals in Bad Oeynhausen gewesen, zur Ersteinstellung und auch danach zur ersten Pumpenschulung. In der Zeit hatte ich 2 (3?) Doc, die ich eigentlich immer ganz cool fand, wenn die Termine auch immer vor allem den Beigeschmack von „der rückt dir mal wieder den Kopf gerade“ hatten. Bestimmt keine besonders gute Ansage meiner Eltern, aber das weiß man ja vorher nicht. Die Termine da mochte ich schon, bis Bad Oeynhausen war es einige Zeit zu fahren und so war das immer ein Tagesausflug mit meinem Papa nachdem es immer Pizza oder ähnliches gab:)

2. Der Ätzende
Als in Oeynhausen die Ambulanz sicht machte, war das für mich erstmal schlimm. Bei uns auf dem Land einen Doc zu finden, der Typ 1 UND Insulinpumpe betreut, war für meine Eltern gar nicht so einfach!
Den Doc, bei dem ich dann gelandet bin, konnte ich von Anfang an nicht leiden. Ein humorloser Typ der unter seinem Schreibtisch immer Schokolade versteckt hatte, die man aber vom Patientenplatz leider sehen konnte 😀 Ich fand das irgendwie erbärmlich.
Schon damals fing es an, dass ich eigentlich bei jedem Termin dort völlig fertig und in Tränen aufgelöst war, weil ich immer nur gesagt bekommen hab, wie schlecht ich das alles amche und dass ich damit bald Folgeerkrankungen haben würde. Zudem konnte er mir in praktischen Fragen gar nicut helfen. Einmal wollte ich wissen (ich war gerade 18) wie das mit Alkohol läuft. Immer wenn ich bislang was getrunken hatte, gingen die Werte durch die Decke, eine Lösung htte ich allerdings nicht. Der spruch des Docs: „Sie sollten sich bewusst sein, was sie Ihrem jungen Körper mit Alkohol zumuten!“
Jaaaah…. sagen wir mal so, ich wollte mir ja nicht jede Tag die Birne zuziehen, sondern einfach auch mal ein Bier auf ner Party trinken. Naja, ich hab nie wieder gefragt und danach einfach alles selsbt ausprobiert.
Hier hatte ich auch eine Schulung in der ich mit einem Abstand von knapp 40 Jahren die jüngste war, wir haben ewig über das Insulinaufziehen mit Spritze gesprochen und zur Pumpe wurde gesagt: „Es gibt auch Insulinpumpen, aber das ist hier jetzt zu kompliziert.“ Mega gut. Nicht. Danach haben wir 4 Einheiten zur Fußpflege gemacht bei denen ich mich jedesmal spontan auf den Teppich hätte erbrechen können.

Die Unbeteiligte
Durch den Umzug zur Ausbildung kam ich also zu einer neuen Ärztin. Zu Ihr kann ich leider nichtmal viel sagen, ich weiß, dass ich da auch jeden Termin geheult habe weil ich es nicht aushalten konnte, über meine Werte zu sprechen, das einzige was man dazu meinte wäre, mir Antidepressiva aufzuschreiben. Das ich aber nicht depressiv war, wusste ich ziemlich sicher, mein leben lief gut, nur eben der Diabetes nicht. Ich war drei Jahre in dieser Praxis und habe nebenbei ja sogar Therapie bei einem Psycho-Diabetologen gemacht. Letztendlich hat das meinen HbA1c für ein Qurtal verbessert, danach war alles wie vorher.

Der Tolle
Nachdem ich mit der ersten Ausbildung fertig war und wieder bei meinen Eltern wohnte um Krankenpflege zu lernen, stand wieder ein Doc- Wechsel an. Diesmal bloß nicht zu dem Ätzenden, also ein neuer musste her. Gefunden habe ich einen ganz tollen! Den mochte ich richtig gerne, der hatte Verständnis dafür, dass es mir schlecht ging und ritt nicht so auf schlechten Werten und Folgeerkrankungen herum. Leider war dies allerdings keine Schwerpunktpraxis sondern eine normale Hausarztpraxis, bloß dass der Doc eben Diabetologe ist. Das heißt leider, keine Schulungen und sowas.
Trotz dass ich ihn sehr mochte, verbesserte das meine Werte natürlich nicht, allerdings wurde mir riegdnwann in dieser Zeit schlagartig klar, dass ich an einer Essstörung leide, und das vermutlich schon seit vielen Jahren. Selbst in der Therapie ist das nie rausgekommen, ich selbst hatte da vorher überhaupt keinen Schimmer von. Auf dem Land, und während ich bei meinen Eltern lebte, eine Therapie zu machen, stand allerdings nie zur Debatte, zudem passierte dann im Sommer 2010 mein schwerer Unfall nachdem ich meine Ausbildung leider abbrechen musste und wieder zum Studium nach Münster zog.

Der Coole
Also wieder ein neuer Arzt, weil zu „der Unbeteiligten“ wollte ich auch nicht wieder gehen. Bei diesem Doc bin ich heute noch, und damit super zufrieden! Die Praxis ist ziemlich groß, 3 Ärzte und ein riesen Beraterteam. Mein Doc ist echt cool, der hatte auch Verständnis und machte keinen Druck. Es werden ganz viele Schulungen und Seminare angeboten, zuletzt habe ich eine Coping- Schulung angeboten, welche meine Beraterin durchgeführt hat. In dieser Schulung geht es um die Bewältigung, den Umgang mit der Krankheit, nicht der inhaltlichen Wissensvermittlung. Richtig gut. Zudem hat mein Doc mir hier endlich mal klar gesagt, dass ich auch wegen dem Diabetes Hilfe brauche und mal über einen stationären Aufenthalt nachdenken sollte. Nachgedacht hatte ich darüber schon viel, aber mich nie getraut, danach zu fragen. Somit war die Sache klar und der Aufenthalt in Mergentheim hat aller verändert.

So, und was habt Ihr noch für Doc`s erlebt?

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