CGM

Veränderungen nach einem Jahr….

Mein Ursprüngliches Ansinnen hinter diesem Blog war ja eigentlich mal, vor allem meine Entwicklung hinsichtlich meiner Diabetes- Akzeptanz zu dokumentieren.
Irgendwie ist dieses Thema allerdings aufgrund des für mich alles verändernden Klinikaufenthaltes in den Hintergrund getreten.

Ich weiß nicht, ob es an der intensiven Schulung, dem Austausch mit anderen oder an der Schockdiagnose beim Augenarzt lag (ich tippe eigentlich auf eine Mischung aus Punkt 2 und 3!), auf jeden Fall hat sich seitdem einiges geändert.

Und auf diese Veränderungen möchte ich heute einfach mal eingehen, vor allem auch, um mir diese Dinge vor Augen zu halten und einfach mal zu sammeln.

Also, los geht`s!

  • Ich kann kleinere Handtaschen benutzen oder sogar mal ohne Tasche rausgehen
    • Klingt jetzt komisch, ich weiß! Aber früher war das allerwichtigste was ich immer am Körper getragen habe, eine Flasche Wasser! Ich hab das als gar nicht komisch empfunden, viel trinken ist schließlich gesund. Allerdings brauchte ich dieses Wasser vermutlich nur, weil meine Werte so mies waren. Jetzt kann ich es auch mal eine Weile ohne aushalten und muss mich eher zum Trinken anhalten.
  • Ich habe jetzt immer „Not- KE`s“ dabei
    • Also wirklich immer! Früher hab ich viele Hypos einfach aussitzen können. Ich hab meine tiefen Werte ja zum Glück immer gut bemerkt, aber mittlerweile finde ich sie einfach unangenehm. Damals waren Hypos für mich ein gutes Zeichen, merkte ich doch, dass mein BZ mal ausnahmsweise nicht total hoch war.
  • Notfalltäschchen
    • Ich habe ein total niedliches Täschchen für mein Messgerät und all das Zubehör gekauft, was ich immer so dabei habe(n muss). Aus schwarzem Filz, richtig schön stabil und fest und mit einem aufgesticktem roten Kreuz (passt ja zu meinem Hobby;)) und mit blauer Stickerei „Notfallkoffer“. War gar nicht so günstig, allerdings habe ich es mit damals in Mergentheim in dem einzigen Laden geholt, in dem es nicht nur Oma- Sachen gab;) Das war quasi eine Motivationshilfe für den Neustart. Bislang leistet es hervorragende Dienste! 
  • Redebedarf
    • Jahrelang war mein Diabetes eigentlich immer ein Thema, was ich unter Verschluss gehalten habe. Mittlerweile habe ich einen wirklich immensen Redebedarf was das alles angeht! Ich möchte darüber reden, wenn ich eine miese Nacht hinter mir habe, weil ich wieder nur Unterzuckert war und ich möchte, dass sich jemand mitfreut, weil es gerade einfach unglaublich gut läuft! Ich hab das die letzten 18 Jahre immer alles mit mir selbst ausgemacht, jetzt hat sich das geändert und das ist auch meinen Freunden schon aufgefallen. Ich habe ein wenig Sorge Ihnen damit irgendwann auf den Geist zu gehen, aber ich glaube so schlimm ist es dann doch noch nicht;) Außerdem bin ich der Meinung, dass es eben ein Teil meines Lebens ist, und so wie ich mir auch die Geschichten meiner Freunde von Ihrem Arbeitstag anhöre, dürfen sie einen Einblick in meine Diabetes- Welt ertragen!
  • keine totale Identifikation über Diabetes
    • Das ist eigentlich wohl der Wichtigste Unterschied zu früher: Ich habe endlich Abstand gefunden! Abstand zu meinen Werten. Ich kann endlich von „hohen Werten“ sprechen, früher waren das alles „schlechte Werte“. Und ein hoher Wert bedeutet auch nicht mehr, dass ich selbst „schlecht“ bin. Ich kann endlich ganz rational an die Sache herangehen und gucken, wo habe ich evtl. einen Fehler gemacht, was hätte anders gehandhabt werden sollen? Zu diesen Überlegungen war ich damals gar nicht in der Lage, es bedeutete einfach, dass ich mal wieder versagt hatte, wenn der Wert „schlecht“ war. 

  • entspannte Arzttermine 🙂
    • dieser Punkt ist wohl meinem Praxisteam am deutlichsten aufgefallen: Ich sitze endlich nicht mehr heulen im Wartezimmer und breche in Tränenströme aus, sobald ich was zu meiner Einstellung sagen soll. Witziger Nebeneffekt: Man kann ein meinem Diabetikerpass ganz deutlich sehen, dass seitdem auch meine Blutdruckwerte bei den Arztbesuchen wesentlich niedriger sind!  

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