CGM

Aller Anfang…

…ist schwer. 

Und aus diesem Grund möchte ich auch heute mit diesem Blog beginnen.

Ich muss einen Neuanfang schaffen und aktuell hege ich starke Zweifel, ob und wie mir das gelingen soll. 
Hatte heute wieder mal einen Termin bei meiner Diabetesberaterin, in knapp 5 Wochen werde ich zur stationären Behandlung meines Diabetes in eine Klinik gehen. Von diesem Klinikaufenthalt erhoffe ich mir sehr viel, aber Wunder kann ich wohl keine erwarten. Aus diesem Grund versuche ich also, meiner Motivationslosigkeit auf den Grund zu gehen.
Leider bringen mir selbst die recht häufigen Besuche in der Arztpraxis nicht weiter, mir fehlt einfach eine Motivation und ein Grund, mich so um meine Krankheit zu kümmern, wie ich es tun sollte. Die (schreckliche) Aussicht auf eine mögliche Erblindung oder ähnliche grässlich gruselige Folgeschäden in der fernen Zukunft alleine, reichen einfach nicht aus, dass ich jetzt in der Gegenwart die nötige Ernsthaftigkeit an den Tag lege. 
Ich habe den Diabetes jetzt seit 18 Jahren, er ist dieses Jahr quasi volljährig geworden, ich weiß jede Menge über diese Krankheit und habe bislang auch schon jede Menge damit erlebt. Trotzdem ist meine Einstellung eher dürftig und die Langzeitwerte eher mittelmäßig bis schlecht. Dies liegt in der Regel einfach an meiner mangelnden Motivation, ich vergesse ,mein Insulin, führe selten Blutzuckertagebuch, ich vergesse zu messen… kurz gesagt: Es kann so nicht weitergehen, es geht mir mit der aktuellen Situation vor allem psychisch nicht gut. Und deshalb muss ein Neuanfang her. 
Ich bin jedoch der Meinung, dass man für jeden Neuanfang einen Grund braucht. Man beginnt mit einem neuen Hobby, weil man sich dafür interessiert. Man beginnt eine Diät, weil man abnehmen möchte. Man beginnt ein Studium, weil man beruflich vorankommen möchte. 
Aber weshalb möchte ich mit meinem Diabetes neu starten? Um lange gesund leben zu können? Um nicht vor jedem Arztbesuch das große Zittern zu bekommen? Um mit mir selbst zufrieden sein zu können?
Vermutlich von all diesem ein bisschen, aber der große, der wichtige Grund, der fehlt mir aktuell noch. Aber ich möchte den Beginn dieses Blogges nutzen, um in Zukunft häufiger über meine Einstellung zu dieser Krankheit nachzudenken und vielleicht irgendwann sagen zu können: Ja, ich weiß wofür ich all das tue! 
Bis dahin werde ich meine Überlegungen und Erfahrungen hier festhalten, vielleicht hilft es dem einen oder anderem, dem es ähnlich geht. Denn wenn ich bislang im Internet, in Foren oder auf Facebook in Diabetikergruppen unterwegs war hatte ich immer den Eindruck, die meisten wissen warum sie all diese Mühe auf sich nehmen! Aber ich hoffe einfach, dass ich nicht die einzige bin der es so geht.
Ich schreibe diesen Blog für mich, aber auch für andere Diabetiker, denen es ähnlich geht. Aus diesem Grund werde ich mich nicht in seitenlangen Erklärung darüber ergehen, was Diabetes ist, wie man ihn behandelt etc. Wenn man „Diabetes Typ 1“ bei Google eingibt, erhält man 1.580.000 Ergebnisse, mehr als genug also, sich dort die nötigen Informationen zu besorgen. Lieber schreibe ich über meine persönlichen Eindrücke, Erfahrungen mit Equipment und Therapien, allgemeine Gedanken die ich mir zu dem Thema Diabetes so mache. Und vielleicht kann ich dann irgendwann sagen: 
Ja! Ich habe einen Grund, es immer wieder zu versuchen.
Ich freue mich über jede Anregung und jeden Kommentar von euch!
Sandrine

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