CGM

Eversense- die ersten 21 Tage

Drei Wochen ist es jetzt her, dass der EversenseSensor unter meine Haut implantiert wurde.
Zeit, meine bisherigen Erfahrungen mal ein wenig zusammenzufassen und Vor- sowie Nachteile aufzulisten. Natürlich wird diese Liste die nächsten Wochen/ Monate erweitert werden, denn ich bin ja auch noch relativ neu mit dem System 🙂

Kleine Randnotiz: In diesem Beitrag berichte ich über ein Problem, welches leider in der ersten Woche nach der Implantation auftrat. Da ich selbst aber davon ausgehe, dass ich einfach Pech hatte (zumindest, solange keine andere Erklärung vorhanden ist) werde ich dieses nicht in meine Liste mit einbeziehen. Ein Montagsprodukt kann man immer erwischen, deshalb das ganze System am schlecht darzustellen, wäre sehr einseitig.

Randnotiz 2: Nein, ich werde nicht von AkkuChek, Roche oder sonst wem gesponsert oder bezahlt. Aktuell warte ich noch auf ein Schreiben meiner Krankenkasse, ob sie den Sensor übernehmen oder nicht. Sollten sie es endgültig ablehnen, muss ich jedoch auch nicht selbst zahlen, das Risiko trägt aktuell die Firma Roche. Vermutlich hatten wir „ersten“ einfach Glück, dass jede Firma natürlich ein Interesse daran hat, ihre Produkte erst mal auf den Markt zu bringen.

Fangen wir nun aber mal an, mit den Sachen die mir aufgefallen sind:

Tragekomfort/ Form:
Ich finde den Transmitter super! Ich weiß, dass viele von euch ihn zu groß finden. Mich stört er tatsächlich aber weniger als der Libre, einfach weil die Form so schön abgerundet ist und sich gut anschmiegt. Man hat keine wirkliche „Kante“, an der man hängenbleiben könnte. Selbst BH träger rutschen problemlos drüber.
Hier auch direkt mein größtes Pro: Endlich keine Sorge mehr, einen Sensor zu zerstören. Es entspannt mich unglaublich! dieses ständige „muss ich abtapen?“ „mist, das Tape hält nicht“ „mist, der Sensor löst sich“ hat mich nach 2 Jahren Libre echt auf die Palme getrieben. Die Benutzung war natürlich super, aber für meinen Komfort, finde ich die „Kleberfreiheit“ deutlich angenehmer.

Wasserdicht:

Hätte nie gedacht, dass es mich interessiert (ich schwimme maximal 2 mal im Jahr oder so…) aber ich mag, dass ich ihn auch beim Duschen nicht abmachen MUSS. Meistens nehme ich ihn schon ab, aber manchmal vergesse ich es, und es passiert trotzdem nix. Das ist allerdings ein Punkt, der keine besondere Aussagekraft hat, schließlich sind alle gängigen Systeme meines Wissens nach wasserdicht über eine gewisse Zeit.

Akku:
Der Akku des Transmitters ist recht klein. Ich komme maximal auf 36 Stunden, dann geht dem kleinen Käfer der Saft aus. Das ist durchaus ausbaufähig. Was jedoch gut ist: Voll aufladen dauert kaum 10 Minuten, das ist gerade die Zeit, die ich zum Duschen benötige. Es hat sich bei mir ziemlich schnell zur Routine entwickelt, abends den Trasmitter an den Strom, Pflaster ab, duschen, Pflaster drauf, Transmitter dran, fertig.


Genauigkeit:
Überzeugt mich. Ich habe wenige Abweichungen, maximal 10-15mg/dl seit letzter Woche und die Genauigkeit wird besser, je länger der Sensor unter der Haut liegt. Wichtig hierbei ist natürlich, dass man beim kalibrieren gründlich und sorgfältig ist.

Sonnenlicht:
Tja, auch hier gibt es noch kleine Schwachstellen. Der Sensor misst mit einer Fluoreszenzmethode, wenn ich mich aber im (mehr oder weniger) prallen Sonnenlicht aufhalte, stört dies die Messung. Zum Beispiel war ich heute knapp 1 Stunde am Strand. In dieser Zeit hatte ich leider keine Werte, da es dem Sensor zu hell war. Das ist natürlich ein wenig nervig, denn schließlich will man immer Werte angezeigt bekommen. Laut Außendienstmitarbeiter wird diese Empfindlichkeit aber nach einer Weile besser, da werde ich also mal abwarten, ob es sich gibt oder nicht. Eine Lösung wäre, zb eine schwarze, abgeschnittene Socke über dem Transmitter zu tragen. Muss man aber wollen 🙂

App:
Ziemlich wichtiger Punkt wie ich finde, schließlich hat man beim Eversense keinen zusätzlichen Empfänger. Es gibt bislang nicht viele Smartphones, welche offiziell unterstützt werden: Kompatible Geräte
Mein iPod touch wird unterstützt, mein Chinahandy LeEco LePro3 leider nicht. Dennoch nutze ich aktuell das Smartphone, denn alles läuft prima. Wenn man jedoch Probleme mit dem System hat, sollte man immer auch ein unterstütztes Gerät zur Hand haben, ansonsten übernimmt der Kundendienst keinerlei Gewährleistung, weil der Fehler ja am Gerät liegen könnte (…).
Die App an sich finde ich gut, übersichtlich, einfach zu bedienen.

Alarme:
Immer wichtig bei allen CGMs: Die Konfiguration der Alarme. Hier bin ich noch nicht richtig fertig mit. Im Urlaub hatte ich eine grässliche Nacht, in der mich mein Handy oder wahlweise der Transmitter mit seiner Vibration alle halb Stunde geweckt hat. Die Abläufe im Urlaub sind eben anders.
Folgende Alarme sind einstellbar:
Oberer/ unterer Zielwert (Zielbereich, in dem man bleiben möchte)
Oberer/ unterer Grenzwert (Werte, bei denen bei Über-/Unterschreitung ein Extraalarm gegeben werden soll)
Vorhersage Warnung (Zeit x, in welcher der Gewebszucker vermutlich den Grenzwert nach oben/unten überschreitet
Raten Warnung (Warnung, falls die Werte schnell steigen/fallen)

Bluetooth:
Der Transmitter wird mittels Bluetoth an das Handy gekoppelt. Heißt, Bluetooth MUSS angeschaltet bleiben. Wer ein Handy mit sehr schwachem Akku hat, der hat hier verloren. Mein Smartphone musste bislang nur jede zweite Nacht an den Strom, jetzt auf jeden Fall jede Nacht. Mein Dienstiphone 5S würde Mittags vermutlich schon schlapp machen. Eine Info die man haben sollte denke ich.

Auffallen in der Öffentlichkeit:
Ja, tut man. Allerdings nicht mehr als mit jedem anderen Sensor auch. Bloß dass man eben keine Möglichkeit hat, den Sensor an einer versteckten Stelle zu tragen. Aktuell darf nur am Oberarm implantiert werden. Und da sieht man den Transmitter bei kurzen Ärmeln natürlich. Für mich jedoch gleichgültig.

Vibration:
Der Transmitter selbst vibriert bei gewissen Meldungen. Noch habe ich nicht ganz verinnerlicht, was welche Vibration bedeutet, aber ich weiß zb schon automatisch, dass die 9 kurzen Vibrationen bedeuten, dass mein Zucker wirklich tief (unter dem unteren Grenzwert) ist. In diesem Fall muss ich also nicht erst aufs Handy gucken, um die Info zu haben. Sehr praktisch, zudem die Vibrationen für andere kaum wahrnehmbar sind. Eine sehr diskrete Angelegenheit wie ich finde.
Zudem wecken mich die Vibrationen sehr zuverlässig. Besser als es jeder Alarm an meiner Pumpe bisher konnte.

Kalibration (Eingabe eines blutig gemessenen Blutzuckerwertes)
Der Sensor muss alle 12 Stunden kalibriert werden. Auch hier also kein Unterschied zu den anderen CGMs Dexcom und Enlite. Ich habe jeweils ein Zeitfenster von 2 Stunden vor und nach dem eingestellten Zeitpunkt, also 4 Stunden, in denen eine Kalibration möglich ist. Wird diese Zeit überschritten, werden keine Werte angezeigt. Blöd, wenn der Blutzucker in der Zeit nur rumspinnt und man einfach keine stabile Phase hat.

Pflaster:
Das Pflaster ist nicht klein. Da es rechts und links vom Transmitter noch diese „Flügelchen“ hat, ist es schon recht auffällig. Dafür finde ich es bislang sehr angenehm zu tragen und habe auch keine Probleme mit gereizter oder trockener Haut. Die Klebekraft ist deutlich geringer als bei anderen Herstellern, was aber meistens auch auf einen weniger aggressiven Kleber hindeutet. Meiner Neurodermitishaut bekommt er bislang ohne Probleme.
Das wasserfeste Pflaster habe ich leider noch nicht getestet.

Datenupload:
Ein Angstthema für alle, die ein Problem mit dem automatischen Upload irgendwelcher persönlichen Daten ins Internet haben.
In der App kann man den automatischen Upload ausschalten, allerdings mag ich die Funktion recht gerne. Es gibt ein Onlineportal, auf welchem ich nach Passworteingabe meine Auswertungen der letzten Tage/ Wochen/ Monate präsentiert bekomme (vergleichbar mit der Libre- Software, nur nicht ganz so umfangreich). Da die Daten vom Libre bei jedem verbinden mit dem PC eh automatisch auf Server in den USA geladen werden, stört mich das hier auch nicht wirklich. Zudem nutze ich Facebook und Co, so what. Wen es stört, besser die Funktion ausschalten.

Wunde/ Narbe:
Völlig reizlos, tut nicht weh, juckt nicht. Ist noch etwas rot, aber geschlossen und gut verheilt. Ich mache mir da wenig Gedanken drüber, teilweise hat das Libre und das Kinesiotape auf meiner Haut deutliche Narben alle zwei Wochen hinterlassen. Nun also eine Narbe alle 90 Tage.

Benachrichtigungs- LED:
Der Transmitter verfügt über eine LED- Anzeige, diese kann in verschiedenen Farben und Rythmen blinken. So zeigt er zb den Akkuladestand an. Oder eben auch, wenn ein Alarm eingeht.
Tagsüber wenig interessant, fällt so gut wie nicht auf, nur elten haben Kollegen mich bislang mit „du blinkst“ angesprochen.
Was mich an der LED aber doch etwas stört: Nachts ist diese LED unglaublich hell! Heller als die Pumpe, das Licht reicht aus, um den Blutzucker zu messen. Das müsste nicht sein, mich selbst stört dieses helle Licht nachts.

Soweit erst einmal die Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind. Schreibt mir gerne eure Fragen oder Meinungen zu dem System 🙂

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