CGM

Viele Neuigkeiten

Ich bin seit 22 Jahren Diabetikerin. Alles mittlerweile Routine könnte man meinen. Oft ist es das auch. Und dann kommen doch immer wieder diese Phasen, in denen auf einmal so unglaublich viel Neues passiert!

Ich habe aktuell so eine Phase und weil der Platz für Schriftbeiträge auf Instagram dann doch begrenzt ist, heute seit langer Zeit mal wieder ein Beitrag auf dieser Plattform.

Ich nutze seit knapp 2 Wochen Fiasp. Eigentlich war ich sehr skeptisch und hatte nicht vor zu wechseln. Ich zweifele ja immer an so Werbeversprechen wie „Endlich ein noch schnelleres Insulin“ etc. Den mal ehrlich: Bislang wurde jedes neue Kurzwirksame Insulin mit dem Titel „kein Spritz.- Ess- Abstand mehr“ beworben.
Hat bei mir mit meinem hohen Insulinverbrauch und der unglaublich schnellen Reaktion auf Kohlenhydrate noch nie geklappt.

Fiasp habe ich jetzt dennoch, vor allem weil meine DiaBeraterin meine Kometenhaften Anstiege nach jedem Essen sehr bedenklich fand.
Ich habe es die ersten Tage im Einmalpen ausprobiert und die Wirkung war super. Aus diesem Grund habe ich mir einen NovoPen5 und Fiasp als Penampullen verordnen lassen. Meine Pumpe trage ich trotzdem noch, und die Basalrate läuft momentan auch noch unter Apidra. Ich möchte einfach gerne erst das ganze angebrochene Insulin aufbrauchen. Zudem läuft es richtig gut!
Ob es aber wirklich am neuen Insulin liegt, kann ich nicht einmal sagen. Ich spritze meine Boli und Korrekturen per Pen und achte darauf, nicht mehr als 8 Einheiten auf einmal an eine Stelle zu injizieren. Wenn der Bolus größer ist (was oft genug der Fall ist) steche ich zweimal. Bislang stört es mich wenig bis gar nicht. Liegt aber vor allem wohl daran, dass ich ja die Wahl habe. Sobald mich meine kombinierte Pumpen-/ICT- Therapie, kann ich einfach das Fiasp in die Pumpe füllen.

Was ist dran am Wirktempo?
Ich habe auch unter Fiasp einen Spritz- Ess- Abstand (SEA). Und zwar immer noch knapp 15-20 Minuten. Momentan bin ich noch so motiviert, dass ich mir große Mühe gebe, ihn einzuhalten. Hypos hatte ich damit bislang nur bei sehr fettigem Essen wie Burger mit Pommes.
Was endlich gut wirkt ist das Korrekturinsulin. War ich vorher oft stundenlang hoch, kriege ich die Werte unter Fiasp deutlich schneller wieder unter Kontrolle.

Eine Besserung zeichnet sich auch in einem anderen Bereich ab: Bislang stelle ich mir eigentlich jede Nacht einen oder zwei Wecker. Meistens gehe ich gegen 22:30 Uhr schlafen, um 1:30 piept mein Libre um mich zum Scannen zu wecken. Der nächste Alarm kommt um 5:30 und um 6:30 klingelt der Wecker zum aufstehen.
Für mich war das bislang ein funktionierendes Konzept. Allerdings merke ich auch, dass es manchmal ganz schön an der Energie zerrt. Schließlich habe ich eine Vollzeitstelle und bräuchte auch mal ein paar Nächte zum Durchschlafen. Da ich aber immer ziemliche Schwankungen in beide Richtungen habe, war Durchschlafen bislang auch keine Alternative. Wenn ich die ganze Nacht bei 350 gelegen habe, bin ich morgens wie gerädert. Dann doch besser den Wecker stellen und korrigieren.
Vielleicht hat das ganze aber nun bald ein Ende 🙂 Zufällig hat Facebook mir neulich nämlich mal wirklich interessante Werbung angezeigt. Der Sensor von Senseonics in Kooperation mit Roche ist marktreif! Ihr habt bestimmt davon gehört, dass ist der Sensor, der unter die Haut implantiert wird, der nicht wasserdicht ist, dessen Transmitter alle viel zu groß finden und den außer mir scheinbar wirklich jeder total doof findet 😀
Ich habe ihn in einer Studie getragen und seitdem sehnsüchtig auf die Marktreife gewartet.

Da ich am selben Tag einen Termin in meiner Praxis hatte, habe ich direkt meine Beraterin belagert. Was ich lange nicht angegangen bin, haben wir jetzt gestartet: Die Beantragung eines CGMs. Da meine Kasse das Libre finanziert, bin ich unsicher ob es klappen wird. Andererseits war man bei der letzten Quartalskontrolle nicht begeistert von den vielen Hypos die sich in der Auswertung zeigen. Wäre also eine Begründung. Warten wir es ab.
Ich habe mich also auf eine laaaange Wartezeit eingestellt, jedoch habe ich am selben Tag noch einen Anruf erhalten. Meine Beraterin hat mit der Außendienstmitarbeiterin von Roche gesprochen. Und siehe da: Ich kriege den Sensor eingesetzt, ohne Kostenzusage der Krankenkasse, ohne abzuwarten, wie der Antrag entschieden wird.
Schon am 17.Juli, also in einer Woche habe ich den Termin und Münster und fiebere der ganzen Aktion entgegen.
Es ist ein kleiner Eingriff, aber da ich es schon aus der Studie kenne, macht mir das keine Sorgen.
Damals wurde eine Stelle am Arm örtlich betäubt, sobald das Mittel wirkt wird ein kleiner Hautschnitt von knapp 8mm gesetzt und der Sensor unter die Haut geschoben. Verschlossen wird das ganze mit einem Pflasterstrip, am nächsten Tag war bereits alles oberflächlich verheilt. Schmerzen hatte ich danach wirklich gar keine, auch als die Betäubung nachließ. Ich hoffe einfach mal, dass es diesmal auch so unkompliziert läuft, schließlich muss auch diesmal der Doktor das Verfahren wieder erst einmal üben. Aber wie sagte meine DiaBeraterin: „Sie sind ja eh für jeden Mist zu haben“
Recht hat sie! Ich werde euch auf dem Laufenden halten, vermutlich auch am Montag selbst. Mal schauen ob ich von dem Eingriff Fotos oder ein Video machen darf, aber das werdet ihr dann über Instagram sehen.

Insgesamt also einige große Neuerungen, die dazu führen, dass ich momentan wieder unglaublich motiviert bin. Früher brauchte ich solche „Highlights“, um mich aus meinem Alltagstrott zu reißen und dem Diabetes wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Momentan ist das gar nicht nötig, es läuft ganz gut nebenbei. Dennoch ist es toll, sich mal wieder so richtig auf etwas zu freuen und hinzufierbern! Geht es euch auch so bei Diabeteskram? Oder sagt ihr eher „Gott, lass mich bloß damit in Ruhe, ich will nicht mehr Aufwand als nötig?“

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