Diabetes Blog Woche

Diabetes Blog Woche 2019

Realtalk: Folgekomplikationen – bewusster Umgang oder Verdrängen?

Bei meiner Diagnose 1995 (ich war 7 Jahre alt) sagte man mir, dass ich in spätestens 15 Jahren so oder so die ersten Amputationen hinter mir hätte oder regelmäßig zur Dialyse müsste. Sollte vermutlich eine Motivation sein, sich an die sehr strikten Regeln für das weitere Leben zu halten.

Zum Glück ist bislang alles gut, ich bin auch nach 24 Jahren noch ohne festgestellte Folgeschäden. Zumindest was die „üblichen Verdächtigen“ (Niere, Augen, Nerven, Füße, etc) angeht. Heutzutage wird zum Glück ganz langsam auch auf die psychische Komponenten einer lebensverändernden Diagnose Rücksicht genommen, 1995 war das einfach nie Thema. Die Therapie hatte allerdings auch weniger „normales Leben und Teilhabe“ zum Zielpunkt, sondern eher „Überleben mit möglichst wenigen Notfällen“ oder so.

Ich gehe mittlerweile wieder (wenn auch ungern) zu den regelmäßig empfohlenen Kontrollen der Augen und Füße, ansonsten verdränge ich das Thema aber schon würde ich sagen.

Ich sehe das selbst aber eher als ein „Leben im Jetzt„. Natürlich bemühe ich mich um eine möglichst gute Stoffwechsellage, Time in Range, niedrigen HbA1c, etc. Aber verrückt machen möchte ich mich davon auch nicht mehr.

Leben ist mehr als nur ans Alter und die ferne Zukunft zu denken, sich Sorgen zu machen über Dinge, auf die ich vermutlich eh keinen oder nur geringen Einfluss habe. Ich möchte nicht ständig mit dem Gefühl leben, dass es bereits „Fünf vor Zwölf“ ist, dass ich jederzeit vor der großen Katastrophe stehe.

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