CGM

Roadtrip mit Diabetes -Teil 2-

Disclaimer: ich wurde von der Firma Roche zum Firmenevent im Rahmen des EASD eingeladen. Roche kam für meine Reisekosten zum Event sowie die Unterbringung im Hotel und den Zutritt zum Kongress auf. Ich bin zu keinem Posting etc verpflichtet, kann meine freie Meinung zu Produkten und Co äußern. Den Rest meiner Reise habe ich ausschließlich selbst finanziert, dies war nicht Bestandteil der Einladung von Roche.

Hier habe ich euch alles zur Planung und Vorbereitung meiner Tour erzählt, nun geht es weiter mit der Reise an sich.

Gestartet bin ich Sonntags vormittags, ganz entspannt und nur mit dem groben Plan, Richtung Frankreich zu kommen. Immer soweit, wie mein guter alter Bulli mich fährt.

Als Autofahrerin mit Diabetes habe ich bereits einige Jahre Erfahrung, ich habe meinen Führerschein direkt mit 18 gemacht und damals auch direkt ein kleines Auto gekauft (für 750€ hat mein kleiner Polo mich auch mehr als 2 Jahre treu begleitet!) . Ich habe dabei dem Diabetes nie die riesen Bedeutung zugemessen, außer vor Fahrtantritt sicherzustellen, dass ich keine Hypo habe und immer was Süßes griffbereit zu haben, fertig. Mich stresst Autofahren auch nicht, ganz im Gegenteil, ich fahre sehr gerne.

Auf dieser langen Strecke habe ich knapp alle 100km eine kurze Pause eingelegt, Füße vertreten, zum Klo und hin und wieder einen blutigen Wert messen, einfach weil mein CGM leider keine ganz verlässlichen Werte mehr anzeigte. So fuhr ich ganz ohne Stau raus aus Deutschland, durch die Niederlande, durch Belgien bis nach Frankreich. Genauer gesagt 509km bis Boulogne-sur- Mer.

Hier verbrachte ich die Nacht auf einem Wohnmobilstellplatz, eigentlich nur ein Parkplatz mit einer Schranke. Der Platz wimmelte vor Ratten, dafür war er günstig und die Aussicht war großartig! Ich hatte es mir kaum zu hoffen gewagt, direkt am ersten Abend mit Blick aufs Meer und Sonnenuntergang zu stehen.

Am nächsten Tag startete ich bei Nieselregen weiter Richtung Süden. Da das Wetter leider nicht besser wurde, sah ich keinen Grund früh einen Schlafplatz zu suchen sondern legte eine Recht lange Strecke bis Beauvoir zurück. Strategisch sehr günstig gelegen, um am nächsten Tag Mont- St. Michel zu besuchen, eine alte Abtei mitten im Meer.

Bei strahlendem Sonnenschein und noch ohne viele Touristen konnte ich die vielen Treppen hinauf- und hinterstapfen, wie insgesamt natürlich so ein Urlaub mehr Bewegung mit sich bringt als zumindest ich sie sonst im Alltag habe.

Im Anschluss bin ich weiter in die Bretagne gefahren, hier eine kleine Windmühle, dort ein Fliederbusch. Zwischendurch eine Pause und einen Kaffee auf dem Gaskocher gekocht.

Denn das ist für mich der Hauptpunkt am Reisen mit dem Bulli: Flexibilität. Da, wo es gerade schön ist, bleibe ich. Wird das Wetter mies, fahre ich weiter, ganz nach Lust und Laune.

Genauso haben sich auch die nächsten Tage aneinandergereiht, meist knapp 400km fahren, jeden Tag mindestens einmal am Strand stehen und die Wellen um die Füße wirbeln lassen, einkaufen und interessante Landschaften genießen.

Nach zwei Nächsten auf Stellplätzen wurde mir langsam klar, dass ich eigentlich nicht auf die Infrastruktur eines Campingplatzes (ein Stellplatz hat meist eh keine Klos oder Duschen) angewiesen bin, zumindest nicht jeden Tag.

Die nächste Nacht habe ich also frei verbracht, in dem Fall bei herrlichen 27 Grad in der Nähe von Arcachon. Hier hatte ich einen großen Parkplatz unter Pinienbäumen gefunden, direkt in den Dünen und mit Blick aufs Meer und die Wellen. Einfach nur großartig. Was mir etwas Sicherheit gegeben hat, waren die anderen Bullis und Surfer, scheint also kein ganz unbekannter Platz zum freistehen zu sein.

Abends den Sonnenuntergang genießen, die ganze Nacht die Wellen zu hören und morgens beim ersten Sonnenstrahl geweckt zu werden und als erste am Strand zu sein…. Könnte gerne öfters so sein!

Zum Thema Verpflegung: Ich habe meist alle zwei Tage einen Supermarkt angesteuert und mich mit Baguette, Käse, Gemüse und Kleinigkeiten eingedeckt. Irgendwie reicht das völlig, zudem erspart es mir die Anstrengung, mit meinen nicht vorhandenen Sprachkenntnissen Essen zu bestellen.

Bereits einen Tag später änderte sich die Kulisse komplett. Kein Meer, dafür jetzt hohe Berge und viel grün. Ich war in den Pyrenäen angekommen.

In Artouste habe ich einmal richtig in die Touri- Schublade gegriffen und mir eine Fahrkarte für die kleine Bergbahn dort gekauft. Erst geht es mit der Seilbahn auf den Berg, das ganze hat mich einfach sehr an die Urlaube meiner Kindheit in Österreich erinnert… Danach knapp 1 Stunde mit einer kleinen Diesellok zu einem Bergsee, mitten durch die wilde Bergwelt, inklusive Murmeltiere.

Kurz noch zum Diabetes: Wie schon gesagt, man bewegt sich viel mehr. Ich habe also immer ausreichend Traubenzucker mit gehabt und mich ansonsten auf mein Gefühl verlassen.

Am nächsten Tag musste mein Bulli sich durch die teilweise doch ziemlich steilen Straßen nach Spanien kämpfen. Hier kam es mir ehrlich gesagt nach den ganzen Bergen und Bäumen recht kahl und trocken vor. Die letzte Nacht der Hinreise verbrachte ich auf einem unglaublich lauten Familien- Campingplatz, aber der Tag war einfach fahrtechnisch sehr anstrengend gewesen und zudem war Wäschewaschen und Duschen dringend angezeigt 😉

Am 15.09.19 kam ich Barcelona an, passend zum wirklich üblen Großstadtverkehr machten sich meine Bremsbeläge durch lautes Schaben und Quietschen bemerkbar. Da dies aber bis dahin die einzigen Verschleißerscheinungen waren, will ich nicht meckern.

Zum Hotel gehörte ein abgesperrter Parkplatz, ich hatte ziemlich üble Geschichten über Autodiebstähle in Barcelona gehört.

Alles zum Roche- Event und den EASD könnt ihn in Teil 3 lesen.

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