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Update April

Wie viele Beiträge habe ich in letzter Zeit eigentlich angefangen, aber nie zu Ende geschrieben, geschweige denn veröffentlicht.

Liegt vermutlich einfach an meiner allgemeinen Demotivation mich zur Zeit AUCH NOCH mit dem Diabetes zu beschäftigen. (Und nein, das hier wird kein Corona-Jammer- Post, ich arbeite nach wie vor normal an meinem Arbeitsplatz, ich sehe mich selbst nicht als Teil der Risikogruppe und komme allgemein auch mit den Kontaktbeschränkungen gut zurecht. Ich meine: Im Ernst, ich bin auch in normalen Zeiten nach der Arbeit meistens alleine zu Hause, ganz freiwillig und gerne!).

Was ist also los? Insgesamt habe ich ja schon seit einigen Monaten gemerkt, dass mein Job (welchen ich eigentlich liebe, es ist chaotisch, meine Klienten sind toll!) mich nicht mehr zufriedenstellt. Die Umstände drum herum passen einfach nicht mehr und ich glaube, es wird Zeit für etwas neues. Seit meiner Reise letzten Herbst habe ich Reisefieber, will weg, will unterwegs sein, will in meinem Bulli ein einfacheres Leben haben. Nicht dauerhaft, um Himmels willen. Aber mal für eine Weile, ein paar Wochen.

Und weil ich der Meinung bin, dass man nicht immer auf eine bessere Gelegenheit warten soll, habe ich im Februar meinen Job gekündigt. Diese Entscheidung war gut durchdacht, es gab einen Plan dahinter. Quasi ein Netz und doppelten Boden.

Geplant waren vor allem, die Kündigung zu nutzen, erstmal 8 Wochen nach Norwegen zu fahren, das Land zu erkunden, eine Auszeit zu nehmen und mir wirklich Gedanken zu machen, wie mein nächster Job aussehen soll. Und auch um mein Diabetesmanagement nochmal zu resetten. Denn da läuft es momentan gar nicht, vielleicht kennt ihr das. Um mich wirklich motiviert kümmern zu können, brauche ich Ordnung im Leben drum herum. Wenn die fehlt, leiden meiner Werte darunter. Dann berechne ich wenig, spritze nach Gefühl, bin undiszipliniert beim Essen.

Diese kleine Auszeit war also mein Anker, auch wenn gerade alles mies lief, war da der Gedanke: „Bald hast du den Kopf frei, dann hast du Ruhe, dich um alles zu kümmern!“. Mit so einem mentalen Anker kann ich auch Zeiten mit durchweg hohen Blutzuckerwerten als Phase sehen, ohne direkt alles als Versagen meinerseits zu betrachten.

Tja, und dann kam eben Corona. Jetzt liegt meine Reise aus Eis, für dieses Jahr habe ich Norwegen gestrichen. Ich habe noch die leise Hoffnung, diesen Sommer wenigstens in Deutschland ein wenig unterwegs sein zu können, aber wer weiß das aktuell schon.

Aktuell baue ich weiter fleißig an meinem Bulli, eigentlich ist er fast reisefertig. Nur ist Reisen eben nicht möglich. Anstatt Fährverbindungen nach Norwegen zu buchen, suche ich jetzt nach neuen Stellenangeboten. Was okay ist, schließlich wollte ich eh ab Sommer einen neuen Job antreten. Aber eben mit der Auszeit vorher, mit ausreichend Leere, in der ich über meine Pläne nachgrübeln könnte.

Ganz klar, ich habe ein Luxusproblem. Ich kann ja schließlich auch meine Zeit im Feierabend nutzen, oder den Resturlaub, der noch ansteht. Ich bin finanziell auch in der Lage, eine Weile ohne Job zu überbrücken und grundsätzlich gibt es ja auch nach ner Sperrzeit noch Arbeitslosengeld. Aber manchmal braucht man einfach einen deutlichen Bruch, einen Neustart.

Tja, und deshalb mache ich mich hier aktuell so rar. Ich lese so gut wie nichts, was in der Community passiert, einfach weil es mir alles so irrelevant erscheint. Ich fange an, Bilder zu posten, schicke dann aber nichts ab, da ich ständig denke „unwichtiger Mist, interessiert ja nicht mal mich selbst“.

Und so sitze ich jetzt hier, denke darüber nach auch diesen Beitrag einfach nicht hochzuladen. Aber vielleicht geht es ja irgendwem da draußen gerade genauso und falls du das liest: Du bist nicht alleine.

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