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Vorsorge beim Augenarzt

Wie ich es geschafft habe, endlich regelmäßig hinzugehen.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit als bezahlte Kooperation mit der Initiative Das Diabetische Auge, einer Kooperation von Bayer, dem Berufsförderungswerk Düren und der Initiativgruppe Früherkennung diabetischer Augenerkrankungen/ Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Auge (IFDA/AGDA)

Die Kampagne „Das Diabetische Auge“ liefert viele Informationen und Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige, zudem werden hilfreiche Tipps und Hinweise für bereits Betroffene bereit gestellt.

Wie man mich als Kind über Folgeschäden aufgeklärt hat.

Könnt ihr euch erinnern, an welchem Punkt euch zum ersten Mal bewusst wurde, dass es bei Diabetes sogenannte „Spätfolgen“ gibt? Hat man es euch schonend beigebracht, sachlich erklärt oder mit der Holzhammermethode gearbeitet?

Rückblende 1995: Ich bin 7 Jahre alt und vor wenigen Tagen wurde bei mir Diabetes Mellitus Typ 1 festgestellt. Ich erinnere mich nur unzusammenhängend an Details, aber ein Satz ist mir deutlich hängen geblieben: „Spätestens mit 25 musst du sowieso an die Dialyse, bist blind oder hast einen Fuß amputiert.“

Jetzt, im Alter von 32 Jahren finde ich diese Aussage immer noch sehr verantwortungslos, wegen der Endgültigkeit, der Unausweichlichkeit, der Hoffnungslosigkeit. Aber auch, weil dieser Satz viele Jahre lang verhindert hat, dass ich mich sachlich mit dem Thema Folgeschäden auseinander gesetzt habe.

Die „Angst“ vorm Augenarzt.

Ich glaube ehrlich gesagt, dass es aus den unterschiedlichsten Gründen auf viele von uns zutrifft, dass man sich unangenehmen Aussichten ungerne stellt. Wir verdrängen und ignorieren, aber trotzdem ist da im Hinterkopf immer diese diffuse Angst.

Eine meiner Hauptängste galt immer schon meinen Augen. Vielleicht weil „blind sein“ einfach das war, was ich mir am besten und bedrohlichsten ausmalen konnte. In meiner Vorstellung war ich dann plötzlich komplett blind, selbstverschuldet, weil ich mich nicht genug um meinen Diabetes gekümmert habe.

Für mich immer eine der größten Sorgen: Ist mit meinen Augen alles okay?

Diese Angst führte zeitweise auch dazu, dass ich einfach die Vorsorgetermine beim Augenarzt ausfallen lies, denn wenn man nicht hingeht, kann man ja auch keine schlechten Nachrichten bekommen, so meine Idee.

Warum sollen Menschen mit Diabetes überhaupt zum Augenarzt?

Vereinfacht gesagt: Weil ein erhöhter Blutzucker auf Dauer die winzigen Blutgefäße der Netzhaut schädigt, es kommt zu Durchblutungsstörungen und teilweise auch zur Neubildung von Blutgefäßen. Diese sind aber oft porös und es kann zu Blutungen im Auge kommen. Im schlimmsten Fall droht die Ablösung der Netzhaut, an diesem Punkt ist das Sehen wirklich akut gefährdet. Da ich keine Medizinerin bin, empfehle ich euch hierzu die Homepage der Initiative „Das Diabetische Auge“. Hier findet ihr jede Menge sachliche Informationen und Fakten zum Thema diabetische Retinopathie.

Aber entgegen meiner Ängste damals, betreffen solche Folgen am Auge nicht alle Menschen mit Diabetes und wenn, dann passiert all das längst nicht von heute auf morgen! Bei den regelmäßigen Kontrollen beim Augenarzt können solche Veränderungen schon sehr frühzeitig erkannt und auch behandelt werden. Frühe Anzeichen solcher Schäden können zwar manchmal Lichtblitze sowie Schleier vor den Augen sehen oder aber auch Schwierigkeiten beim Sehen von Farben und Kontrasten sein, meist aber merkt man von den Schädigungen zunächst gar nichts.

Die allgemeine Empfehlung lautet, dass Menschen mit Diabetes – je nach Einstellung und Risiko- so alle ein bis zwei Jahre zur Routinekontrolle zum Augenarzt gehen sollen. Im Rahmen dieser Kontrolle wird besonders nach Anzeichen einer diabetischen Retinopathie geschaut.

Meine eigene Erfahrung mit Augenärzten ist gemischt.

Wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich zugeben, dass die jährlichen Termine nach wie vor keine meiner Lieblingsbeschäftigungen sind, ich bekomme Augentropfen und kann deshalb auf dem Rückweg nicht selbst Auto fahren. Umständlich, aber einmal im Jahr dann doch wirklich machbar. Meist fährt meine Schwester mich und wir gehen danach einen Kaffee trinken. Bei meinem Arzt dauert der Termin meist nur 40 Minuten, die Wirkung der Augentropfen hält danach aber noch einige Stunden an.

Leider hatte ich immer mal wieder Pech bei der Wahl meiner Ärzte, ich habe jedes Jahr eine neue Praxis aufgesucht, weil es menschlich einfach nicht passte. Ich hatte Angst vor dem Ergebnis, die Zeit um Fragen zu Stellen gab es leider oft nicht. Viele der Praxen waren übervoll und alle standen unter Stress. Mittlerweile habe ich einen Arzt, bei dem ich regelmäßig bin. Mir persönlich fehlt beim Augenarzt dennoch das Gespräch, meist wird nur die Untersuchung durchgeführt, fertig. Wünschen würde ich mir mehr Zeit für persönliche Ansprache und Aufklärung von Seiten der Praxen und Ärzte.

Alles bestens: Zum Glück bislang keine Retinopathie zu erkennen. Damit aber kleine Veränderungen frühzeitig erkannt werden können, sind die regelmäßigen Kontrollen sehr wichtig.

Was hat mich am Ende überzeugt, die Termine doch regelmäßig wahrzunehmen? Am meisten hat mir geholfen, mich einfach mal meiner Angst zu stellen und mich selbst mit sachlichen Informationen zu dem Thema zu versorgen. Wie läuft die Erkrankung ab, was kann überhaut passieren, wie groß ist das Risiko? Die diffuse Angst aus meiner Kindheit „plötzlich blind“ zu sein, hat sich damit aufgelöst. Natürlich hoffe und bange ich jedes Jahr während der Untersuchung, dass alles okay ist. Und bis jetzt habe ich diese erleichternde Nachricht jedes mal bekommen.

Aber selbst, wenn sich das irgendwann ändert und mein Arzt eine Schädigung feststellt: Mit sachlichen Informationen kann ich dann etwas dagegen unternehmen und stehe nicht hilflos da.

Also: Macht euren Vorsorgetermin, falls ihr ihn vor euch herschiebt. Informiert euch durch seriöse Quellen, tauscht euch mit anderen aus. Denn nur mit Informationen kann man der Angst begegnen und aktiv werden.

Folgende Seiten der Kampagne kann ich euch für detaillierte Informationen ans Herz legen:

YouTube-Kanal: https://bit.ly/3fNqtvt
Facebook-Kanal: https://bit.ly/3kFHHi3
Website: https://bit.ly/3gKIoEx

Wie ist das bei euch? Geht ihr auch eher ungern zur Kontrolle oder ist der Termin kein Problem? Seid ihr mit eurem Arzt zufrieden oder könnte es besser laufen? Geht ihr wirklich regelmäßig zu den Kontrollen beim Augenarzt? Auch wenn bei euch schon Erkrankungen am Auge festgestellt wurden, würde mich das sehr interessieren!

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